Testbericht Amazfit Pace: Ein Fitnesstracker, der versucht eine Smartwatch zu sein

Bei der Amazfit Pace handelt es sich um ein Fitnesstracker, der vom Äußeren wie eine Smartwatch aussieht. Für einen Preis von ca. 90€ hat die Amazfit eine breitgefächerte Ausstattung, die sogar ein GPS-Modul und einen Musik-Player umfasst. Ob die Amazfit Pace auch in der Praxis überzeugen kann, werde ich in diesem Testbericht erläutern.

Technische Daten
  • Kompatibel mit Android (ab 4.4) und iOS (ab 7.0)
  • 1,34“ Display, das durch Gorilla Glas geschützt ist
  • 1,2 GHz Prozessor und 512 MB RAM, 280mAh
  • Bluetooth (4.0 LE), WLAN, GPS/GLONASS
  • Pulsmesser, Schlaftracker, Schrittzähler
  • Wasserdicht bis 1,5 m
  • 44,5 mm *44,5 mm * 13 mm
Design und Verarbeitung

Die Uhr ist rund gehalten und besitzt um das Gorilla Glas einen runden Keramikrahmen. Dies sieht sehr hochwertig aus. Allerdings wird der hochwertige Eindruck durch eine sonstige Verwendung von Plastik getrübt. An der Seite und auf der Rückseite wird Plastik genutzt. Auf der Rückseite befindet sich des Weiteren der Pulssensor und ein Anschluss für die Ladestation. Die Uhr besitzt an der Seite einen Knopf, über den das Display aktiviert und deaktiviert werden kann. Außerdem besitzt ein wechselbares 22mm Armband.

Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Stand, auch wenn teilweise Plastik verwendet wurde. Selbst nach einem Jahr durchgehender Nutzung gibt es keinen Grund zur Kritik.

Die Uhr sitzt sehr angenehm an dem Handgelenk. Im Vergleich zu anderen Smartwachtes ist sie relativ dünn (13mm) und leicht. Dieser Umstand gefällt sehr.

Ausstattung und Verbindung

Um die Amazfit Pace zu benutzen, muss die Amazfit-App heruntergeladen werden. Danach kann die Uhr über die App eingerichtet werden. Dazu wird ein Amazfit-Account benötigt. Im weiteren Verlauf können die Aktivitäten in der App eingesehen und auf Wunsch auch mit Strava synchronisiert werden. Allerdings ist die Bluetooth-Verbindung anfällig und die Synchronisation läuft nicht immer fehlerfrei ab. Manchmal kommt es vor, dass die Uhr nicht mit dem Handy verbunden ist und selbst nach mehreren Versuche die Verbindung fehlschlägt. Wann anders kommt es auch vor, dass die Uhr zwar über Bluetooth verbunden ist, die Synchronisation per App aber fehlschlägt. Dies hat bei mir bei iOS zu Unmut geführt. Leider besitzt die Uhr ein hauseigenes Betriebssystem von Amazfit, das auf Android basiert, und nicht Android Wear.

Die Ausstattung kann sich bei diesem Preis sehen lassen. Die Uhr besitzt ein GPS-Modul odqjrFJHRa6oRSf9yztOkQ_thumb_750und ein Pulsmesser, um unabhängig vom Handy beim Sport die notwendigen Daten aufzeichnen zu können. Neben der Bluetooth-Verbindung ist eine Verbindung per WLAN zum Internet möglich. Damit beim Sport Musik gehört werden kann, besitzt die Uhr sogar einen Speicher von 4GB, auf den man per Computer mp3-Dateien laden kann. Die Musik wird über einen Bluetooth-Kopfhörer abgespielt, der mit der Uhr gekoppelt werden kann. Leider kann die Musik eines Streaming-Anbieters nicht überspielt werden.

3%6tf5XcRPCqQCpMV%3ocA_thumb_73cDie Amazfit Pace kann folgende Sportarten aufzeichen: Laufen (outdoor und indoor),Gehen, Fahrradfahren (outdoor und indoor), Ellipsen Trainer, Wandern, Ski fahren, Tennis, Fußballspielen. Leider gibt es kein Programm zum Schwimmen, obwohl die Uhr bis zu 1,5 Meter wasserdicht ist.

Display und Bedienung

Anstelle eines normalen LCD-Display besitzt die Uhr ein transflexibles Always-On-f%XpMfuTToyQEvGaqDGwDg_thumb_758Display, dass dafür sorgt, dass man auch bei ausgeschaltetem Display die Uhrzeit ablesen kann und trotzdem kein Akku verbraucht wird. Die Farbdarstellung ist gerade noch ausreichend, darf aber niemals mit einem Handydisplay verglichen werden. Unter dem Display sitzt noch ein Lichtsensor, so dass die Helligkeit des Display an die Umgebung angepasst wird. Das Display wird über Touch bedient, was zu einer einfachen Bedienung führt, allerdings bei geschwitzten Händen problematisch ist. Neben dem Wetter, der Uhrzeit, Timer, Stoppuhr, Schlafanalyse, Schritten, Musikplayer, Herzmessung, Kompass und Alarm kann das Display auch Benachrichtigungen von Anrufen, WhatsApp, Facebook usw. anzeigen. Leider gibt es nicht die Möglichkeit auf diese Benachrichtigungen zu antworten.

Während des Sportprogramms werden verschiedenen Daten (Strecke, Tempo, Puls) auf dem Display angezeigt.

Praxis

In der Praxis schlägt sich die Uhr überwiegend sehr gut. Die Akkulaufzeit beträgt ungefähr 3-4 Tage, wenn etwas Sport macht und die Uhr mit dem Handy verbunden ist. Nervig ist, dass die Verbindung zwischen Uhr und Handy nicht immer stabil ist. Dies kommt zwar nur selten vor, aber wenn es vorkommt, muss die Uhr neugestartet werden, um wieder die Verbindung herzustellen.

Besonders gefällt, dass die Uhrzeit durch das transflexible Display stets angezeigt wird. 3k+AbU+JQHy5vrlqNumXuQ_thumb_766Zwischen den verschiedenen Funktionen (Uhr, Wetter, Stoppuhr usw.) lässt sich durch Swipen wechseln. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Uhr nicht auf Deutsch eingestellt werden kann, sondern nur auf Englisch (oder Chinesisch) genutzt werden muss .

78dQXSLrR8CBga4aCZ4G9w_thumb_738Der Puls lässt sich auf Wunsch manuell oder automatisch messen. Negativ fällt auf, dass die Messung des Puls sehr ungenau ist und man nur selten darauf vertrauen kann. Der Schrittzähler dagegen ist sehr genau, genauso wie der Schlaftracker.

Die Funktion der Benachrichtigungen funktioniert ebenfalls. Beim Erhalten einer Nachricht vibriert die Uhr und zeigt den Inhalt der Nachricht an und man kann selbst entscheiden, ob man das Handy rausholen möchte, um zu antworten.

Am besten gefällt mir persönlich aber die Funktion der Unabhängigkeit vom Smartphone. Es ist sehr schön beim Sport nur die Uhr zu tragen und trotzdem die Strecke über GPS aufzeichnen zu können und gleichzeitig über die Sportkopfhörer Musik zu hören.

Sonstiges

Selbst nach einem Jahr wird die Uhr noch mit Updates beliefert, was mich sehr überraschte.

Personalisieren kann man die Uhr im Alltag über verschiedene Watchfaces, die in der Amazfit App verfügbar sind, und Armbänder, von der es eine Vielzahl auf Amazon gibt.c9EBIfwRQR2WndYNo6NqYw_thumb_757

Das Design glänzt neben einer guten Verarbeitung ebenfalls durch eine gute Haltbarkeit. Denn selbst nach einem Jahr Nutzung besitzt weder das Glas noch der Rahmen Gebrauchsspuren, obwohl ich die Uhr nicht gerade feinfühlig behandelt habe.

Fazit

Insgesamt gefällt die Uhr aufgrund des großen Funktionsumfang und des geringen Preises. Besonders das Display, die GPS-Funktion und der Musik-Player gefallen. Das Display ist stets ablesbar und trotzdem hält der Akku mind. 3 Tage.

Negativ fällt allerdings die instabile Verbindung auf, die zuweilen nervt und den Spaß mit der Uhr vermiesen kann.

Jedem der an Technik interessiert ist, nach einem Schnäppchen mit fantastischem Preis/Leistungsverhältnis aus ist und damit leben kann, die Uhr manchmal neu zu starten, um eine Bluetooth-Verbindung zu erreichen, kann ich diese Smartwatch/Fitnesstracker empfehlen.

qX26LUafTGWq1wvYtFlbDw_thumb_73eWer dagegen eine fehlerfrei und verlässliche Smartwatch möchte, sollte nach einem Gerät von Apple bzw. Samsung Ausschau halten. Allerdings muss man dann auch in Kauf nehmen, 200€ oder 300€ mehr zu bezahlen.

Dem Käufer sollte auch bewusst sein, dass es sich bei der Amazfit Pace um einen besseren Fitnesstracker handelt, denn es gibt keinerlei installierbare Apps.

Insgesamt 8 von 10 Punkten

Vielen Dank für das Lesen meines Artikels.

Was haltet Ihr von der Amazfit Pace? Wie ist Eure generelle Meinung zu Smartwatches bzw. Fitnesstrackern? Was ist Euer Favorit in diesem Bereich?

Schreibt gerne Eure Meinung in die Kommentare.

Bei Fragen erreicht Ihr mich gerne in den Sozialen Medien oder per Mail (https://techniktarzan.wordpress.com/ueber/).

 
Link zu diesem Produkt auf Amazon: Amazfit Pace Watch
 

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